Landesmeisterschaft kommt nach Niebüll!

Niebüll. Die Landesmeisterschaft der Spielmanns-Vereinigung Schleswig-Holstein (SVSH) kommt nach Niebüll. Der Freie Fanfarenzug hatte sich um die Ausrichtung beworben und wird das Großereignis am 8. September 2013 organisieren. “Wir haben das Go von der Stadt erhalten”, freut sich Werner Sönnichsen, seit 1998 Vorsitzender des Fanfarenzuges über die wichtige Unterstützung. Dem SVSH (siehe Info-Kasten) gehören derzeit 35 Spielmanns-, Musik- und Fanfarenzüge sowie Orchester aus dem Raum Schleswig-Holstein an. In Niebüll werden sie sich den strengen Wertungsrichtern stellen. Austragungsort der freundschaftlichen und öffentlichen Wettkämpfe soll das Schulzentrum sein. Während die Konzert-Wertungen im Gebäude stattfinden, hier kommt es in erster Linie auf die Klangreinheit und Exaktheit des Spiels an, finden die Marsch-Wertungen auf dem Sportplatz statt. Das große Finale ist im Stadtzentrum geplant. Erwartet werden mehr als 1000 Spielleute und Betreuer, und auch die Zahl der Zuschauer ist erfahrungsgemäß bei Landesmeisterschaften vierstellig.

Der Freie Fanfarenzug Niebüll mit seinen aktuell 35 Musikern gehört seit 40 Jahren zum Niebüller Vereinsleben. Gerade erst feierten die Spielleute dieses Jubiläum mit einem großen Ball und vielen Gästen. Angefangen hat 1972 alles mit der Geldspende eines Sylters, der damals ungenannt bleiben wollte. Karl Friedrich Hansen und der spätere Zugleiter Karl-Wilhelm Jannsen machten sich mit ersten Interessierten an die Noten-Schulung. Acht Musiker – Mädchen und Jungen, Frauen und Männer im Alter von elf bis 18 Jahren – waren es zunächst, das Repertoire bestand aus acht Musikstücken. Geübt wurde übrigens nicht nur in der Schmiede auf dem Baulagerplatz von Andreas Heinsen, im Schützenheim am Stadion oder in der Dänischen Schule, sondern – weil man den Nachbarn nicht auf den Wecker gehen wollte – auch regelmäßig in den frühen Abendstunden am Steindeich von Dagebüll. Die Beliebtheit des Zuges wuchs. Beim ersten Auftritt 1973 – es war der 75. Geburtstag des Ehrenpräsidenten des Nordfriesischen Schützenkorps Johannes Andresen – traten zehn Musiker in ihren gerade erst eingetroffenen Uniformen auf. Beim Vereinsfest im gleichen Jahr machten bereits 15 Fanfaren-Spieler und drei Trommler mit, zum zehnjährigen Bestehen wuchs deren Zahl auf 60 an.

Mittlerweile sorgte der Fanfarenzug selbst für den Nachwuchs, denn immer häufiger kehren ehemaligen Spielleute zurück und haben auch gleich ihre Kinder dabei. Birgit Werner, sie ist seit 1983 dabei, freut sich über diese Entwicklung: “Es gibt keine Cliquen, keine Trennung zwischen jung und alt. Wir sind ein schöner Verein.”

Seinen ersten musikalischen Erfolg feierte der Freie Fanfarenzug Niebüll schon im Sommer 1976. Beim Jübecker Musiktreffen mit 22 Gruppen aus Schleswig-Holstein und Bremen errangen die Nordfriesen in der Mittelstufe mit dem “Handschuhheimer Reitermarsch” und der “Lohmühle Nr. 1″ einen ersten Platz. Längst sind die Niebüller über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Zu ihren größten Erfolgen zählten Titel-Gewinne bei den Deutschen Meisterschaften 2004 in Mainz, 2006 in Meinertshagen und 2010 in Königsluther. Ob zum Musikfest 1978 ins holländische Siddeburen, 2002 ins polnische Sochowola, nach Diepholz oder nach Dänemark – nur mal so zum Spielen bei den Ringreitern: Die Liste der Konzert-Fahrten ließe sich fortsetzten.

Mittlerweile stehen 20 bis 25 Auftritte pro Jahr im Terminkalender. Geübt wird montags und donnerstags von 18.30 bis 20 Uhr in der Alwin-Lensch-Schule. Mitmachen kann ab Herbst wieder jeder, der mindestens acht Jahre alt ist. Neben Werner Sönnichsen (Vorsitzender) und Bert Bruhn (Stellvertreter) gehören Birgit Werner (Schriftführerin), Maike Schmäschke (Kassenwartin) und Bente Carstensen (Jugendwartin) zum Vorstand.

Auf und Ab – das kennt der Fanfarenzug Niebüll zu genüge. Doch während viele Musikzüge dem Mitgliederschwund nicht Herr wurden und von der Bildfläche verschwanden, hielten die Niebüller durch. “In schweren Zeiten haben wir schon überlegt, den Fanfarenzug zu einer Brass-Band umzubauen”, gibt Werner Sönnichsen zu. Doch immer wieder nahmen die Spieler davon Abstand. Der Vorsitzende: “Warum etwas aufgeben, was funktioniert.”

Klassenkonfusion in Königslutter

Nach der Wertung kam es zu einigen Diskussionen wegen unserer Instrumentierung. Da wir in der Klasse “Naturton traditionell” gestartet sind, hätten wir nur “Trommeln einer Bauart” verwenden dürfen. Diese Regeln hatten sich nach unserer letzten Teilnahme bei einer DM in Meinerzhagen geändert und traten somit erstmals zur DM 2008 in Plön inkraft. In Plön sind wir zu der Zeit nicht gestartet.

Wir haben uns fälschlicherweise nach den alten Unterlagen gerichtet und uns auch keine weiteren Gedanken zur Instrumentierung gemacht, da die entsprechenden Richtlinien für die Landesmeisterschaften in Schleswig-Holstein eine Beschränkung des Schlagwerks ebenfalls nicht vorsehen. Zudem waren wir ja 2004 und 2006 mit dem gleichen Schlagwerk gestartet.

Dies ist natürlich ein grobes Versäumnis unsererseits und die Einsprüche der anderen Vereine waren selbstverständlich berechtigt. Wir möchten auf diesem Wege aber klarstellen, dass diese falsche Wahl des Schlagwerks natürlich keine böse Absicht war und uns dafür auf diesem Wege entschuldigen.

Nach Rücksprache mit den Verantwortlichen, sind wir in der Klasse “Naturton traditionell” außer Konkurrenz gewertet worden und hätten im Falle des Falles den Titel “Deutscher Meister” nicht verliehen bekommen.